Vor 40 Jahren waren noch 40 Prozent der Landfläche Äthiopiens mit Wald bedeckt, heute sind es knapp drei Prozent. Die Infolge des Klimawandels zunehmenden Wetterextreme, ausgedehnte Dürren im Wechsel mit kurzen aber heftigen Regenperioden, sorgen immer häufiger für Überschwemmungen, wobei fruchtbare Bodenschichten abgetragen werden. Anhaltende Rodungen durch ausländische Großplantageninvestoren bedrohen zusätzlich das Leben der einheimischen Landbevölkerung für die Holz traditionell der wichtigste Rohstoff ist. Es dient als Feuerholz zum Kochen und als Baummaterial für Hütten und Werkzeuge. Auch im Gebiet der Koyo-Schule, das einst von Wald bedeckt war, ist der Rückgang des Baumbestandes dramatisch und führt zur Erosion der Böden. ..

OneTree

VivaHumanidad e.V. hat daher in Zusammenarbeit mit der Koyo-Schule, dem Gemeinderat und einem lokalen Umweltexperten das Baum-Projekt „One Tree for the Future“ entwickelt, das in den nächsten Jahren den Schwerpunkt unserer deutsch-äthiopischen Schulpartnerschaften bildet.

 

Die Baumpflanzungen sind Teil eines Agrarforstwirtschafts-Projekts (Farmed Managed Natural Regeneration) mit dem der Geograph Chris Reij bereits erstaunliche Erfolge nachweisen konnte. In Rückbesinnung auf eine fast verloren gegangene Tradition der afrikanischen Bauern werden Agraflächen systematisch mit Bäumen bepflanzt. Die Bäume fungieren dabei nicht nur als Schattenspender, sondern halten das Wasser im Boden, reichern ihn zusätzlich mit Stickstoff und Phosphor an und verhindern ein Wegspülen des Sattgutes bei sintflutartigen Regengüssen.

Integraler Bestandteil unseres Projektes „One Tree for the Future“ ist die Thematisierung des Umweltschutzes im Unterricht an den Partnerschulen in Äthiopien. Im Fach „Environmental Science“ lernen die SchülerInnen die kulturelle und ökologische Bedeutung von Bäumen in ihrem Heimatland kennen und werden mit den globalen und lokalen Ursachen und Folgen von Klimawandel und Entwaldung konfrontiert. Dazu wird an der Koyo-Schule ein Baum-Schul-Garten angelegt, der von den Schülern der Koyo-Schule bewirtschaftet wird.

Jede(r) SchülerIn übernimmt dabei die Pflege eines Baumes. Neben dem Baum-Schul-Garten pflanzen und betreuen die SchülerInnen auch Bäume in der Region. Das für die Pflanzungen benötigte Wasser wird u.a. über Regenwasserauffangbecken bereit gestellt.

Die SchülerInnen an den deutschen Partnerschulen setzen sich mit der Frage auseinander, wie unser Lebenswandel und Konsumverhalten zu Klimawandel und Entwaldung in den Ländern des Südens beitragen und wie diese sich konkret auf die Lebensbedingungen in Äthiopien auswirken. Mithilfe selbstorganisierter Aktionstage und Benefizveranstaltungen sammeln sie Spenden für die Pflanzung des Baum-Schul-Gartens an der Koyo-Schule.

Ihr könnt schon jetzt durch eine Spende Baumpaten werden oder dieses Projekt an eurer Schule vorschlagen. Außerdem rufen wir euch zur künstlerischen Auseinandersetzung anhand von Malaktionen und Musikworkshops auf. Schickt uns eure Bilder, Gedichte oder Songs zu diesem Thema. Wir wollen darüber eine Ausstellung machen.

Erste Aktivitäten hier  

• Malaktion mit Schüler_innen aus Koyo 

• Musikworkshop am Mosaik Gymnasium