17.01.2012 – Koyo-Schule

Für Dienstag, den 17. Januar 2012, war ein Treffen in der Koyo-Schule vereinbart worden. Ich bin schon einen Tag vorher mit Mr. Wako nach Koyo gefahren, um am Dienstagmorgen rechtzeitig da zu sein. Ursprünglich hatte ich geplant, vorher bei der für Koyo zuständigen Administration in Wonchi vorbei zu fahren, um das Aufforstungsprojekt zu besprechen. Leider befand sich das angemietete Auto, das drei Stunden zu spät bereitgestellt worden war, in einem katastrophalen Zustand, so dass ein anderes organisiert werden musste. Dadurch kam ich erst gegen 14.00 Uhr von Addis Abeba los und der Termin in Wonchi musste gecancelt werden.
Ich hatte in Addis Abeba neben Schreibheften, Blöcken und Kugelschreibern auch Pinsel und Farben für eine Malaktion an der Koyo-Schule eingekauft. Die Wasserfarben und Holztafeln verursachten zunächst ratlose Gesichter bei Lehrern und Schülern, die zuvor noch nie mit derartigen Materialien gearbeitet hatten. Das Erstaunen wich jedoch schnell reger Malaktivität. In wenigen Minuten  entstanden bunte und zum Teil äußerst expressionistische Bilder.

Draußen auf dem Schulgelände füllte sich derweil der Platz mit Eltern, Vertretern der Dorfgemeinschaft und  Verantwortlichen des Landwirtschaftsbüros. In zahlreichen Ansprachen wurde der Freude über das Aufforstungsprojekt und über die in diesem Zusammenhang stehende Kooperation mit der Stiftung Green Ethiopia Ausdruck zu verliehen. Insbesondere die Hilfe der deutschen Partnerschulen wurde mehrfach dankend hervorgehoben.

Auch der deutsche Landschaftsarchitekt Günter Quentin war zu gegen. Er ist in Deutschland als Mitbegründer der Grasdächer bekannt geworden und lebt und arbeitet seit ca. fünf Jahren in Äthiopien. Mit ihm hatte ich mich im Vorfeld über den Bau neuer Klassenräume für die Koyo-Schule ausgetauscht. Durch den Zuwachs an ca. 70 neuen Schülern ist ein akuter Raumengpass an der Koyo-Schule entstanden.
Zusammen mit allen Verantwortlichen wurde über den Ausbau der Schule, auch mit Grasdächern gesprochen. Diese verhindern im Gegensatz zu den derzeitigen Wellblechdächern das Aufheizen der Räume und mindern zugleich den Lärm bei niedergehenden Regen. Die neuen Räume sollen aus lokal verfügbaren Baummaterialien gebaut werden und sich in ihrem Aussehen an den vorhandenen Bauten orientieren.
Nach der Absprache vor Ort wird Günter jetzt die Entwürfe ausarbeiten, um diese bei einem weiteren Treffen mit der Schulleitung am 26. Januar abzustimmen. Ein großes Dankeschön gilt ihm jetzt schon, denn er lässt seine Arbeit unserem Verein als Spende zukommen.

Axel Steinhagen  - Addis Abeba 25.01.2012